die geschichte einer gründung

Die Geschichte der Coonies

Hier kommt die nacherzählte Geschichte, wie sich der Verein, dem diese Webseite vorher gehörte, gründete. Mittlerweile gibt es den Verein leider nicht mehr. Wir von katzennotruf ( die neuen Webseitenbesitzer) möchten mit der Nacherzählung dieser schönen Geschichte die Arbeit des Vereines ehren. Außerdem hoffen wir den einen oder anderen Leser auch für den Tierschutz begeistern zu können.

Hier kommt nun die Geschichte:

Die nacherzählte Geschichte der Coonies

Im Oktober 1999 bekam der damals noch bestehende Verein Felidae einen Katzennotruf über das World Wide Web. Es ging um eine Züchterin der Rasse Maine Coon mitten im schönen Kassel.

Die junge Frau, die sich damals an den Verein wandte, hatte mehrere Versuche hinter sich die Katzenzüchterin zu kontaktieren. Es ging ganz einfach darum, dass die Kätzchen nicht tiergerecht versorgt wurden und es ihnen schlecht ging. Das Problem war, dass die vorher angegebene Katzenzahl von fast 30 Tieren auf nur 12 Tiere geschrumpft war. Der Grund waren wohl Tiervermittlungen und einige waren auch von dieser Erde gegangen – hatten also das zeitliche gesegnet.

Dies ist die Geschichte aus deren Zusammenhang der Verein entstand, dem diese Webseite vorher gehörte. Wir möchten die Arbeit des Vereines hiermit ehren und wertschätzen. Denn ehrenamtliche Arbeit bekommt heutzutage viel zu wenig Wertschätzung und das möchten wir gerne ändern. Hier nun die Geschichte: Die zwei Vereinskolleginnen machten sich natürlich auf den Weg, nachdem sie den Hilferuf vernommen hatten. Sie wollten in Kassel einige der armen Tierchen abholen. Als sie bei der Züchterin ankamen, war es leider ein grausiger Fund von Verwahrlosung. Es stank extrem nach dem was Kater ablassen, wenn sie nicht kastriert werden. Der Geruch ist regelrecht beißend in der Nase. Die armen Kätzchen waren ungepflegt und nagten am Hungertuch, weil sie anscheinend nicht genug Nahrung bekommen hatten. Die Katzen hatten einen sehr kleinen Aufenthaltsraum – es war nur ein Flur. Zusätzlich gehörte eine glatte Treppe zum ersten Stock und dort nochmals ein kleiner Raum, insgesamt ca. 50 qm zum Katzenlebensraum. Ohne Kratzbaum, Schlafmöglichkeit, Spielzeug. Einige Schüsselchen mit „Brekkies“ standen herum und diverse Katzentoiletten. Leider mussten die armen Tierchen in diesen Toiletten schlafen, weil es sonst keine Schlafmöglichkeit für sie gab. Keine der Katzen war kastriert, entwurmt oder gar geimpft.

twiggyEin Kater hatte nur noch ein Auge, angeblich durch eine Krankheit das andere verloren. Die Verletzung hatte gezackte Wundränder und war einfach nicht fachgerecht versorgt wurden. Ganz zu Schweigen von einer Verheilung. Die eine Katze hatte halbseitig das Fell verloren. Der Besitzer behauptete, das sei durch das Toilettenstreu gekommen. Namen und genaues Alter der Katzen konnte uns der Besitzer nicht sagen, da er sich das nicht alles merken könne bei sovielen Katzen.

Allerdings gab es dennoch eine Katze, die noch Vertrauen zum Menschen hatte. Sie war tatsächlich gepflegt wurden. Es war eine Silber-Tabby und der Besitzer meinte, er habe dafür 1500 deutsche Mark bezahlt und dieses Tier aus Holland mitgebracht.

tammyGemeinsam wurde versucht die Tiere einzufangen, aber das war nicht möglich, weil sie viel zu verängstigt waren. Ist ja auch logisch, denn sie hatten jegliches Vertrauen in die Menschen verloren. Auf die Frage, warum die Tiere so extrem scheu seien, obwohl sie doch in der Wohnung geboren sind und ihr gesamtes Leben mit Menschen Kontakt hatten, kam ein Schulterzucken vom Besitzer. Das Verhalten der Katzen sei dadurch zu erklären, dass die Mutterkatze ja auch sehr scheu wäre und die Kleinen sich genau dieses Verhalten abgeschaut hätten.

Die damaligen Vereinsmitglieder hatten extra Transportkörbe mitgebracht und wollten nun möglichst viele Katzen mitnehmen. Leider konnten sie nur vier Stück mitnehmen. Aber immerhin besser als nichts!

In Frankfurt angekommen hatten die Tierschutzkollegen dann die Möglichkeit, die Katzen näher zu untersuchen. Der Kater namens LÖWE hatte verfilztes Haar und ihm mussten alle Haare abgeschnitten werden. Er war ein halber Kryptorchid, die Krallen an einer Pfote waren eingewachsen, die Pfote vereitert und er muss wohl starke Schmerzen gelitten haben. KIMBI war extrem scheu, genau wie TAMMY, die zudem noch unter Rachenherpes litt. Auch TWIGGY musste geschoren werden, bedingt durch ihr verfilztes Fell konnte sie kaum richtig laufen. Sie wog (mit Haaren) weniger als 2kg. Bei ihrer Voruntersuchung zur Kastration stellte sich heraus, dass sie an einer Insuffizienz der linken Herzkammer leidet und so bekam sie zunächst einmal die entsprechenden Medikamente.

Die ersten zwei Wochen haben die Katzen fast nichts gefressen und mussten teilweise zwangsernährt werden. Alle Tier hatten schlechte Zähne bzw. Zahnstein. Bei der Kastration der weiblichen Tiere stellte sich heraus, dass sie eitrige Zysten an den Eierstöcken und der Gebärmutter hatten, die zu einem späteren Zeitpunkt durchaus auch Krebs hätten verursachen können.

Erst nach vier Monaten, ging es den Katzen besser. Leider nahmen die armen Tierchen immer noch viel zu wenig Nahrung auf. Man konnte froh sein, dass sie sich überhaupt anfassen ließen. Auch kämmen und Streicheln war schwer und dauerte lange, bis es möglich war. Es wird aber wohl noch lange dauern, bis aus diesen bedauernswerten Geschöpfen „normale“ Katzen werden, denn vier Jahre Vernachlässigung können die armen Seelen nicht einfach so vergessen.

Es ist kein Wunder, dass man das Vertrauen in die Züchter verliert, wenn man mal so etwas miterlebt hat.
Das war Februar 2000 passiert und wir danken noch heute dem Verein für diesen heldenhaften Einsatz. Mögen viele Menschen diese Geschichte lesen und sich ebenfalls für Tiere einsetzen.

Wie hatte sich die Geschichte damals weiterentwickelt? „Der Verein war in der Lage alle vier Katzen in ein neues Katzenzuhause zu lieben Menschen zu vermitteln. Da geht jedem Katzenliebhaber das Herz auf, wenn er sowas liest. Man ist so froh, wenn Tiere doch noch gerettet werden können..
Wenn du dich selbst als einen wirklichen Tierfreund bezeichnest, kommt hier ein kleiner Apell: Wenn du dir eine Katze anschaffen möchtest, dann hole dir auf keinen Fall ein Tier vom Züchter! Eine Katze ist keine Briefmarke oder ein Sammlerobjekt, sondern ein Lebewesen mit Seele und Gefühlen. Bitte unterstütz keine herzlosen Züchter, die es nur auf das Geld abgesehen haben!“