Giardien bei katzen ansteckung

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Giardien – Der Kampf gegen den Einzeller

Mir wurde die folgende Frage gesendet:

Was ist „Giardien“ bei Katzen?

Giardien sind einzellige Darmparasiten, welche sehr ansteckend bei Katzen, aber auch beim Menschen sind. Diese Einzeller gehören zu den Geißeltierchen. Giardien haften sich mit ihrer Saugscheibe an die Wand des Dünndarms. Diese Einzeller, auch Giardien genannt, verursachen sehr starken Durchfall. Dieser starke Durchfall tritt nicht nur bei deiner Katze auf, nein auch du als Tierbesitzer kannst davon betroffen sein. Diese einzelligen Darmparasiten stammen aus dem Mittelmeerraum. Es haben fast in jedem Land Tierbesitzer und auch Tierschützer mit Giardien zu kämpfen. Sogar in Deutschland sind diese Darmparasiten bei Katzen sehr stark verbreitet. Es gab eine Studie, in der die Belastung von Fließgewässern mit Giardia Lamblia in vier Einzugsgebieten untersucht wurde. In der Studie konnte nachgewiesen werden, dass die Giardia Lamblia sogar über die vier Einzugsgebiete hinaus verbreitet sind. Auch in den umliegenden Bächen und Talsperren der vier untersuchten Einzugsgebiete wurden Giardien nachgewiesen. Die nachgewiesene Menge war zwar gering, aber auch diese geringe Menge ist sehr bedeutend.

 

Wie Giardien erkennen?

Die Giardien Symptome: Katzen mit Darmparasiten leiden sehr oft unter wässrigem, ockerfarbenen Durchfall. Dieser Durchfall ist auch sehr häufig mit blutiger Schleimhaut aus dem Dünndarm durchzogen. Ein Symptom von Giardien ist der typische Geruch des Katzenkots: Der Giardienkot riecht auch immer etwas süßlich. Eine Katze, welche unter Giardien leidet, schafft es häufig nicht mehr rechtzeitig auf ihr Katzenklo. Die befallenen Katzen haben auch einen sehr großen Appetit. Die aufgenommene Nahrung kann aufgrund der Darmparasiten leider nicht mehr richtig verwertet werden, deswegen empfiehlt sich ein Nahrungsergänzungsmittel zu geben*.

Von Giardien sind besonders Katzenbabys, die sogenannten Kitten, sowie alte aber auch schwache oder geschwächte Tiere betroffen.

Giardien was tun?

Sehr wichtig für einen Besitzer einer Katze, welche unter Giardien leidet, ist, darauf zu achten, dass der Stubentiger nicht austrocknet. Eine Austrocknung kann bei einer Katze sehr schnell lebensbedrohlich werden. Stelle deswegen immer genug frisches Wasser bereit, damit dein Liebling jederzeit etwas Trinken kann. Bei Anzeichen von Austrocknung (Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Hecheln, eingefallene Augen) solltest du deine Katze lauwarmes Wasser Trinken lassen und danach sofort zum Tierarzt!

Wahre Begebenheit: Tierarzt erkennt Giardien nicht!

Die Giardienkrankheit wirklich erkennen kann nur ein Giardientest. Ich habe sowohl von Fällen gehört, bei denen der Test vom Tierarzt versagt hat, als auch von selbst gemachten Tests, die versagt haben. Das Problem ist einfach, dass die Giardien nicht täglich im Kot zu finden sind. Deswegen kann ein Test falsch negativ anzeigen. Ich empfehle daher immer, den Test doppelt zu machen: Einmal selbst zuhause, als auch beim Tierarzt.

Einen Giardien Test zum selbst testen gibt es bei Amazon* zu kaufen. Im Test-Set sind auch die Behälter dabei, in denen der Kot gesammelt wird. Durch Klicken auf das folgende Bild, kommst du direkt auf Amazon, wo du mehr Infos über den Test findest:

 

Selbst wenn der Test zuhause negativ ausfällt du aber trotzdem eine Kotveränderung bemerkst, solltest du mit Deinem Liebling zum Tierarzt gehen, damit der wahre Grund für die Kotveränderung gefunden wird.

Vorbereitung für den Test beim Tierarzt

Um durch einen Test beim Tierarzt die Krankheit Giardien bei einer Katze nachzuweisen, sollte über drei Tage Kot gesammelt werden. Zum Beispiel mit Hilfe der hier abgebildeten Dosen*:

 

Der Kühlschrank dient als Zwischenlager für die Kotproben, welche sehr fein verpackt werden. Bis es dann endlich heißt: Ab mit den Kotproben und der Katze zum Tierarzt deines Vertrauens.

Bei einem positiven Befund einer Katze verschreibt der Tierarzt Panacur. Es gibt mittlerweile leider Giardienarten, die eine Resistenz gegenüber dem Mittel Panacur entwickelt haben. Panacur wurde ursprünglich für Hunde entwickelt und nicht für Katzen. Nebenwirkunge von Panacur sind weitere Durchfälle und Appetitlosigkeit. Leider zerstört Panacur die Flora des Katzendarms – wenn man Panacur verabreicht, muss man zusätzlich immer eine komplette Katzendarmsanierung machen. Bis sich der Darm wieder erholt hat, können Monate vergehen, in denen die Katze weiterhin unter Durchfällen leidet oder sogar Gefahr läuft zu dehydrieren. Es gibt Möglichkeiten die Giardien los zu werden ohne diese vielen Nebenwirkungen. Nämlich mit meinem Geheimtipp „Spartrix*“ – dazu unten mehr. Nun zurück zum Thema Panacur, für alle, die lieber Panacur verwenden möchten:

Panacur ist ein Wurmmittel welches über mehrere Tage verabreicht werden muss. Es gibt verschiedene Phasen, in denen das Medikament verabreicht wird.

  1. Phase eins besteht darin, dass die Gabe von Panacur oder einem ähnlichen, vom Tierarzt verschriebenen Mittel, fünf Tage lang erfolgt.
  2. Phase zwei besteht darin, dass die Gabe des Medikamentes für drei Tage ausgesetzt wird. Danach beginnt wieder das gleiche Schema wie bei der ersten Phase.

Panacur / Metrodinazol oder andere bittere Katzenmedzin richtig verabreichen

Viele Giardienmedikamente sind sehr bitter. Je nach Katze, klappt die Verabreichung der Medikamente unterschiedlich gut. Lass dir die Medikamente auf jeden Fall in Tablettenform geben, denn in flüssiger Form, wirst du sie schwer verabreichen können.

Hier einige Ideen, wie die Verabreichung erfolgreich werden kann:

  • Manche Katzen nehmen die 500g Panacurtabletten ganz einfach mit Leckerlistäbchen* ein
  • Bei anderen Katzen ist es komplizierter, aber was zB. gut geklappt hat: Die Panacurtablette zuerst im Mörser zerkleinern und dann mit einem Esslöffel Schälchen Sheba Selection* verrühren. Optional kann anstatt des Sheba auch Leberwurst verwendet werden.
  • Weitere Idee: Panacur in lauwarmem Wasser aufweichen und mit einer stumpfen Spitze ins Mäulchen geben

Manchmal reicht die Behandlung mit Panacur nicht aus, deshalb muss oft auch auf andere Mittel oder Wirkstoffe wie zum Beispiel Metronidazol oder Tinidazol zurück gegriffen werden. Tinidazol ist aber leider nur noch im europäischen Ausland erhältlich. Die Mittel gegen die Darmparasiten sind sehr bitter und deshalb ist es sehr schwierig Katzen dieses Mittel zu verabreichen. Damit Sie sich eine Erleichterung bei der Gabe dieses Mittels bei einer Katze schaffen, können Sie die Tabletten in Gelatine-Kapseln umfüllen. Diese Gelatine-Kapseln sind in jeder Apotheke erhältlich. Sie sollten aber unbedingt noch an ein was denken: Nicht nur das mit Giardien betroffene Tier, sondern alle Tiere welche im Haushalt leben müssen unbedingt behandelt werden.

 

Meine erste Wahl bei Giardien: Spartrix*


Dieses Medikament ist für Tauben zugleassen – für Katzen jedoch nicht offiziell. Dennoch wird es sehr oft erfolgreich von Katzenfreunden verabreicht, weil es dazu viele positive Erfahrungsberichte gibt. Der Erfolg der Behandlung mit Spartrix beruht auf der „Verwandtheit“ des Mittels mit anderen Medikamenten gegen Giardien. Deswegen ist es tatsächlich ein wirksames Mittel gegen Katzengiardien. Es gibt verschiedene Ideen und Erfahrungsberichte wie das Spartrix am besten dosiert werden sollte. Wer mit Spartrix behandelt, der muss sich klar machen, dass er experimentiert. Die Dosierung auf der Packungsbeilage für Spartrix* ist für Tauben. Wer sich für die Behandlung entscheidet, der muss letztendlich selbst testen, wie er das Mittel bei seiner Katze dosiert. Am besten man rechte sich selbst einen „Schnitt“ aus von allen Erfahrungsberichten, die man so finden kann.

Das Gute an Spartrix ist, dass bisher niemand der Selbstanwender von Unverträglichkeiten berichtet – auch nicht bei kleinen Kitten. Die Giardien verschwinden rasch und die Tiere müssen sich nicht weiter damit herumquälen. Die Therapiedauer ist kurz im Vergleich zu anderen Medikamenten. Bei kleinen Kätzchen ist einfach immer ein hohes Risiko, wenn man sie mit Panacur behandelt. Die Durchfälle und die geschädigten Darmwände sind für Kitten schnell lebensgefährlich. Die Kleinen Kätzchen können froh sein, wenn sie überhaupt ein paar Nährstoffe aus dem Katzenfutter verarbeiten können. Wenn die Kitten geschädigte Darmwände haben, passiert es, dass sie die Nahrung einfach ohne sie verdaut zu haben, wieder ausscheiden.

Eine zeitlang war es schwierig Spartrix zu bekommen, mittlerweile gibt es das Mittel wieder ganz normal im Handel*.

 

Hygiene ist sehr wichtig

Giardien sterben zwar besonders schnell an der Luft doch leider sind es die Zysten der Giardien, welche sehr langlebig sind. Ein normales Desinfektionsmittel kann beseitigt die Zysten leider nicht. Sollte ihr Stubentiger jedoch diese Zysten wieder aufnehmen, dauert der Zyklus bis zur Entwicklung von neuen Giardien nur 10-15 Tage. Dies können Sie besonders gut an der wechselnden Intensität des Durchfalles bei ihrer Katze erkennen. Deshalb müssen Sie täglich Putzen*. Die Hygiene spielt eine sehr große Rolle bei der Behandlung von Giardien. Sie müssen unbedingt das Katzenklo täglich ausspülen und desinfizieren*. Das gesamte Katzenstreu muss täglich gewechselt werden.

 

Welches Desinfektionsmittel bei Giardien?

Das richtige Desinfektionsmittel* sollte die in der Wohnung vorhandenen Oberflächen und Materialien nicht beschädigen. Es ist außerdem wichtig darauf zu achten, dass es keine Resistenzen bei den Einzellern verursacht. Desinfektionsmittel wie zum Beispiel Halamid*, hat sich bei der Bekämpfung von Giardien sehr gut bewährt. Es wird gleich mit Dosieranleitung geliefert und kann auch in Sprayflaschen umgefüllt, verdünnt und in der Wohnung versprüht werden. Das Halamid kommt gleich in einem 1 kg Eimer und ist sehr ergiebig, um die gesamte Wohnung von den Giardien und Zysten zu befreien. Es reichen leider die normalen Desinfektionsmittel aus Drogeriemärkten oder Supermarkt  bei der Bekämpfung dieser Darmparasiten nicht aus.

Auch die Wasser- und Futternäpfe sollten täglich gereinigt werden. Am besten Sie übergießen diese Näpfe mit kochendem Wasser. Decken und Liegeflächen Ihres Stubentigers sollten Sie bei mindestens 60 Grad Celsius reinigen. Auch den Kratzbaumes ihres Lieblings sollten Sie auf keinen Fall vergessen. Sollten Sie bei der Reinigung des Kratzbaumes einen Dampfreiniger verwenden, sollten sie unbedingt daran denken die einzelnen Stellen sehr lange zu bedampfen. Sie sollten aber auch noch wissen je stärker der Durchfall bei Ihrer Katze ist umso leichter verteilen sich die langlebigen Zysten der Giardien. Bereits durch eine Aufnahme von nur wenigen Zysten kann ein erneuter Giardienbefall entstehen.

Sanierung der Darmflora und Stärkung des Immunsystems

Die Sanierung der Darmflora bei ihrer Katze erfolgt gleichzeitig mit der Medikamentengabe. Dies ist unbedingt erforderlich um den lästigen Durchfall bei Ihrer Katze zu stoppen. Es ist natürlich ebenso wichtig, dass sich die Darmwand wieder erholt. Dafür sind sehr gut Perenterol-Kapseln 50 mg* geeignet. Du kannst eine Perenterolkapsel auf 3 Mahlzeiten aufteilen. Streue es einfach über das Futter Deiner Katze. Natürlich kannst Du auch Bierhefetabletten*  wie ein Leckerli geben bzw. über das Futter streuen. Aber auch Moorheilerde* können Sie verwenden. Diese Moorheilerde können Sie einfach in das Futter mischen oder in die Schale mit frischem Wasser bei Ihrem Stubentiger geben. Benebac* ist ein Mittel mit positiven Bakterienkulturen, welches Du bei Amazon* erhalten kannst. Darmflora plus ist ein geschmacksneutrales Pulver, welches Sie in einer Apotheke erhalten können. Mucosa compositum* ist ein sehr komplexes Mittel auf homöopathische Art, welches Du bei Amazon bestellen kannst. Welches Mittel am geeignesten ist, weiß Dein Tierarzt oder Deine Tierheilpraktikerin.

Ein sehr großer Teil der Hunde und Katzen welche bei uns in Deutschland leben, können ohne Symptome mit diesen Darmparasiten leben. Tiere mit einem sehr guten Immunsystem können die Giardien besser eliminieren. Das ist aber bei jungen, geschwächten und natürlich auch gestressten Tieren leider nicht der Fall. Diesen Tieren sollte auch immer etwas zur Stärkung des Immunsystems gegeben werden. Sie könnten deshalb bei ihrer Katze auch eine Kur mit Immu Stimm* durchführen. Beim Durchfall welcher durch die Giardien ausgelöst wird, wird das sehr wichtige Vitamin B ausgeschieden. Sie können das Vitamin B in Tablettenform verabreichen oder der Tierarzt gibt ihrer Katze eine Spritze. Sie sollten aber unbedingt nach der richtigen Dosierung der Tabletten fragen.

Darmparasiten verhungern lassen!

Giardien ernähren sich von Kohlenhydraten. Diese sollten aber im Speiseplan ihrer Katze nicht vorkommen. Trockenfutter und auch Nassfutter aus dem Supermarkt, welches einen sehr hohen Getreideanteil enthält ist für eine artgerechte Katzenhaltung leider nicht geeignet. Sie können deshalb den Giardien recht einfach die Nahrungsquelle entziehen. Bei ihrer Katze ist aufrund der Durchfälle Schonkost* angesagt. Schonkost heißt das Sie ihrer Katze nur mageres Hühnchen- oder Putenfleisch oder natürlich auch sehr bekömmliches Dosenfutter* ohne Getreide, pflanzliche Nebenerzeugnisse, Zucker oder Karamell geben können. Sie sollten sich deshalb die Inhaltsstoffe auf der Verpackung des Futters genau durchlesen.

Es gibt auch alternative Wege gegen Giardien

Leider gibt es gegen Giardien noch nicht die perfekte Lösung in der Medikamentenwahl. Sehr oft werden Panacur und Metronidazol miteinander kombiniert. Die Dosierung aber auch die Länge der einzelnen Phasen wird auf jede Katze separat angepasst.

Bei der Behandlung mit kolloidalem Silber*, welches auch mit Panacur kombiniert werden kann, haben Tierheilpraktiker bei der Bekämpfung von Giardien sehr großen Erfolg.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass Sie einmalig hochdosiertes Tinidazol verabreichen. Danach sollten Sie aber vier bis sechs Wochen warten bevor Sie erneut die Kotproben beim Tierarzt testen lassen. Sollte der Befund leider immer noch positiv sein, reicht schon eine zweite Gabe von Tinidazol vollkommen aus. Der zweite Test nach vier bis sechs Wochen ist in der Regel immer negativ. Bitte keinen Alleingang bei dieser Behandlungsmethode unternehmen, sondern immer einen Tierarzt ihres Vertrauens hinzuziehen, da die Nebenwirkungen leider sehr hoch sind.

Mehr Infos zu Giardien gibt es in unserer Buchempfehlung:

Giardien bei Kleinsäugern*: