flugreise vorbereiten für katzen

deDeutsch

Sommerzeit bedeutet längere Tage, Reisen, mehr zu tun und natürlich Urlaub! Für uns Katzenbesitzer bedeutet das oft, unsere kleine pelzigen Katze zu Hause bei einem Verwandten oder einer Katzenpension zu lassen, während wir im Urlaub sind. Da jedoch immer mehr Transportmittel für Haustiere zur Verfügung stehen (wie die Transporttaschen vom JetPaws-Fliegerprogramm von JetBlue*), wird es immer einfacher, die Katze mitzunehmen. Es ist jedoch wichtig, die Sicherheitsvorkehrungen zu beachten.

Wie reisen mit Katze?

Wenn Du daran denkst, Deine Katze mit in den Urlaub zu nehmen, müssen einige Vorkehrungen getroffen werden, damit die Reise sicher und angenehm wird. Mache Dich als erstes mit den Anforderungen vertraut, damit Deine Katze an ihr Ziel gelangen kann.

Reisen ist für Menschen und Haustiere eine Belastung. Die Vorbereitung im Voraus reduziert den Stress. Eine Vorlaufzeit von 30 Tagen ist ideal.

Einige gängigen Anforderungen sind unter anderem:

Welche Impfungen braucht meine Mietz?

  • Tollwutimpfung
  • Bandwurmbehandlung
  • Zeckenbehandlungen
  • Mikrochip
  • Bluttests, um zu beweisen, dass deine Mietz frei von Krankheitserregern wie Tollwut, Leishmanien, Leptospiren, Brucella canis und Ehrlichien ist

Tierarzt-Check vor dem Flug

Du solltest auch deinen Tierarzt fragen, ob Deine Katze gesund und fit für eine Reise ist. Das kannst Du zusammen mit dem Impfcheck machen.

Deine Katze wird kurzfristig krank?

Bewerte das Risiko, bevor du mit einem kranken Tier fliegst – dann bleibe im Zweifelsfall lieber zuhause. Haustiere, die krank, verletzt, schwanger, älter oder sehr jung sind, sind einem größeren Risiko ausgesetzt. Flachnasige Hunde wie Mops oder Katzen wie Perser und Himalaya dürfen nur mit der Ladung fliegen.

Du solltest beim Tierarzt erfragen, welche Gesundheitsrisiken in dem Reiseland typisch sind. Dazu gehören Parasiten, Viren, Bakterien und Krankheiten. Dein Tierarzt kann Dich hier beraten.

Wie transportiert man eine Katze im Flugzeug?

Die Katze sollte in einer Transportbox transportiert werden. Innerhalb dieser Transportbox sollte sich die Katze hinstellen können, aber auch hinlegen können, um zu schlafen.

Frage auch bei Deiner Fluggesellschaft nach den geltenden Bestimmungen für die Mitnahme von Haustieren. Katzen bis acht Kilo (inklusive Transportbox), dürfen bei den meisten Airlines mit in die Kabine, alle anderen müssen in den Gepäckraum. In der Kabine muss dein Tier in einer Box untergebracht sein, die die Maße 55 x 40 x 30 cm nicht überschreiten darf. Im Gepäckraum wird es sehr unangenehm und gefährlich für Katzen. Deswegen raten wir von derartigem Transport ab. Führe am besten eine Recherche durch und treffe Deine Entscheidung nach bestem Wissen und Gewissen. Auch solltest Du, wenn irgend möglich, einen Flug ohne Zwischenlandung buchen.

Stelle sicher, dass das Haustier in der Box aufstehen und sich umdrehen kann. Für mich ist eine weiche Katzen-Unterlage* sehr wichtig. Die Box sollte Luftauslässe bzw. Gitterfenster* haben.

Einreisebestimmungen für Katzen sind je nach Land verschieden

Erkundige Dich ebenfalls nach den jeweiligen Einreisebestimmungen des Ziellandes. Hier wird meistens ein internationaler Impfausweis und ein Gesundheitszertifikat verlangt. Nähere Informationen erhältst Du aus erster Hand in der Botschaft des jeweiligen Landes.

Hole dir ein Gesundheitszeugnis vom Tierarzt. Diese Gesundheitsbescheinigung sollte den Anforderungen des Staates oder Landes, sowie der Fluggesellschaft entsprechen. Achte darauf, dass die Zeitbeschränkungen für die Gültigkeit der Zertifikate beachtet werden. Zertifikate müssen oft innerhalb von 10 Tagen vor dem Flug erworben werden.

Trage das Gesundheitszertifikat und die Impfbescheinigungen Deiner Mietze mit bei dir.
Wenn du einen internationalen Flug nimmst, finde vorher heraus, ob dein Haustier am Zielort unter Quarantäne gestellt werden muss. Dies wird deine Entscheidung, dein Haustier mit in den Urlaub zu nehmen sehr beeinflussen. Scrolle weiter nach unten, wenn du 3 Fallstudien zum Thema Auswirkung der Quarantäne auf die Katzenpsyche lesen möchtest.

Vorbereitungen „Fliegen mit Katze“ im Detail

Wie bekomme ich meine Katze in die Box?

Gewöhnung an die Katzen Transportbox

Stelle sicher, dass Deine Mietz an die Transportbox gewöhnt ist. Gewöhne Dein Haustier einige Wochen vor dem Flug daran, mehrere Stunden in der Kiste (z. B. mit einem bequemen Kissen als Unterlage* und Spielzeug*) zu verbringen. Füttere Dein Haustier in der Kiste, damit dein Haustier die Kiste mit positiven Assoziationen verbindet. Auch in der Freizeit sollte deine Mietz die Transportbox nutzen dürfen, um sie als „normal“ anzusehen.
Helfe Deinem Haustier, sich an laute und unbekannte Geräusche, wie Flugzeuge, zu gewöhnen. Eine gute Idee, um das zu trainieren ist z. B. einen Ausflug zum Flughafen zu machen und sich dort einige Zeit aufzuhalten. Dies wird Deinem Haustier helfen, sich mit den Lichtern und Geräuschen vertraut zu machen.

Was tun wenn Katze nicht in Transportbox geht?

Im Ernstfall solltest du dir überlegen, ob du deine Katze wirklich unbedingt mitnehmen musst! Denn wenn sie sich nicht in der Transportbox transportieren lässt, wird es nahezu unmöglich sie mit dem Flugzeug zu transportieren. Halte in diesem Fall bitte Ausschau nach Alternativen. Kann die Katze zu jemand anderem? Wen im Bekannten- oder Familienkreis kennst du, der das Tier nehmen kann?

Braucht meine Katze im Flugzeug Beruhigungsmittel?

Tierärzte empfehlen in der Regel keine Medikamente für Katzen, aber homöopathische Mittel oder Blütenessenzen wie Rescue Remedy* sind sicher und wirken sowohl für Menschen als auch für Katzen. Reiki, eine sehr erfolgreiche Energieheilungsmethode für Katzen*, funktioniert gut und beruhigt Mensch und Katze sogar aus der Ferne.

Beschränke die Verwendung von Beruhigungsmitteln bei deiner Katze auf ein Minimum. Verwende diese Mittel nur auf Empfehlung des Tierarztes. Beruhigungsmittel können die Temperaturregulation des Körpers beeinträchtigen und andere unerwünschte Nebenwirkungen bei deinem Liebling verursachen.

Katzentransportbox für das Fliegen mit Katze

Mach deiner Mietzie ein Halsband* um und befestige ein lesbares und gut beschriftetes Identifikationsschild mit den vollständigen Informationen über dein Tier inkl. ein kleines Foto vom Tier, das Tollwutimpfungsschild und ein Lizenzschild. Füge auch Adresse und Telefonnummer eines Freundes hinzu, da du nicht zu Hause sein wirst, um Nachrichten entgegen zu nehmen. Auch eine eigene Handynummer sollte natürlich auf der Box befestigt sein. Es ist übrigens schon vorgekommen, dass Katzen aus der Transportbox abgehauen sind während des Fluges. Zur Sicherheit kannst du auch einen GPS-Tracker extra für Katzen (hier klicken)* befestigen.

Auch auf der Transportbox sollten alle Infos über Deine Katze und die Daten Deines Bekannten zuhause angebracht werden.

 

Befestige ein Halsband mit ID, auch wenn das Haustier mit einem Mikrochip versehen ist. IDs mit einem QR-Code wie die von FurCodes* können mit einem Smartphone gescannt werden. Es wird empfohlen, dass Haustiere, die normalerweise kein Halsband oder einen Ausweis tragen, diesen Code auf jeden Fall tragen sollen.

 

Schneide die Nägel deiner Katze mit einer Katzennagelschere*. Dies verhindert den Bruch eines Nagels, wenn das Haustier an der Türe der Transportbox kratzt.

 

Hat deine Katze Transportbox Angst?

Platziere einen vertrauten Gegenstand, wie das Lieblingsspielzeug*, ein T-Shirt von dir*, Katzenminze* oder eine Kuscheldecke deiner Katze* (oder der Katzeneltern deiner Katze) in die Transportbox. Lege eine Einlage auf den Boden*, die Katzenpipi aufsaugen kann. Sprühe etwas Felisept* oder ein anderes „feel good“-Spray* in die Box. Vor dem Flug bitte erneut sprühen.

Überprüfe die Funktionsfähigkeit aller Reißverschlüsse, Türscharniere und Verriegelungsmechanismen.

Befestige einen Reisenapf für deine Katze* und einen Wassernapf an der Innenseite der Kiste. Positioniere diese Näpfe so, dass sie gefüllt werden können, ohne die Kiste zu öffnen. Du kannst das Wasser mit Wassernapf vorher einfrieren, damit es beim Laden nicht verschüttet wird.

Wasserschalen kippen um, also packe eine Pipette* ein, um bei Bedarf während des Fluges etwas Wasser in den Mund deiner Mietz zu spritzen.
Befestige einen Behälter oder Beutel, der mit Reißverschluss zu verschließen geht*, mit Katzentrockenfutter an der Außenseite der Kiste. Du kannst zusätzlich eine Flasche Wasser sicher außen befestigen.

Bringe zusätzliches Futter und eine Leine mit, falls sich dein Flug verspätet.

Nimm auch ein Foto deiner Mietz mit zu dir ins Portemonnaie. Glücklicherweise haben die meisten von uns Tonnen von Katzenfotos auf unseren digitalen Geräten! Denke daran, alle Medikamente für deine Mietz, Feuchttücher, Bürsten und Leckereien einzupacken.

Gebe Deiner Katze spätestens vier Stunden nach Abflug Nahrung und Wasser.

Für Reisen innerhalb der Kabine gilt in der Regel ein Haustier pro Flugzeugsitz. Die Haustiere müssen während des gesamten Fluges in ihrer Transportbox und unter dem Sitz bleiben. Ich empfehle dringend, keine Haustiere im Frachtraum mitfliegen zu lassen, es sei denn, es gibt keine andere Möglichkeit. Vermeide generell das Fliegen in den heißesten oder kältesten Jahreszeiten.

Vorbereitung der Katzentransportbox

Vergewissere dich, dass die Kistentüre sicher befestigt ist, verwende aber kein Schloss an der Tür. Ohne Schloss vor der Tür hast du die Gewissheit, dass das Flugpersonal schnell zu deinem Haustier gelangen kann, falls es notwendig wird.

Drucke dir ein Schild aus oder kaufe eine professionelle Beschriftung*, auf dem „Live Animal“ steht und befestige es auf der Oberseite und den Seiten der Transportbox.

Packe einen Erste-Hilfe-Kasten für Deinen Liebling ein. Es ist immer eine gute Idee, einen Erste-Hilfe-Kasten zur Hand zu haben, nur für alle Fälle.
Wenn du deinen Flug buchst, informiere die Fluggesellschaften, darüber, dass Du Deine Mietz mitbringst. Informiere dich über die Richtlinien und Anforderungen der Fluggesellschaften für Reisen mit Haustier. Mach deine Hausaufgaben: Überprüfe zwei Wochen vorm Flug noch einmal, ob sich die Richtlinien  für die Mitnahme von Tieren bei der Fluggesellschaft geändert haben.  Bitte rufe die Fluggesellschaft an und erkundige dich nach aktualisierten Richtlinien.

Gerade in sehr heißen Ländern und generell im Sommer solltest Du Ausflüge mit Deiner Katze in der Mitte des Tages vermeiden. Es ist dann einfach zu heiß für dein Tier und es kann zu einem Hitzschlag kommen.
Reise unbedingt immer im gleichen Flugzeug wie deine Katze, denn nur so kannst du sicher stellen, dass die Mietz ausreichend mit Wasser und Futter versorgt ist. Sollte mal ein Flug Verspätung haben, so ist das nicht schlimm, weil Du ja eh mit im gleichen Flugzeug sitzt wie deine Mietz. Du kannst dann auch gemeinsam mit deiner Katze in ein Hotel einchecken, falls du über Nacht auf deinen Flug warten musst.

Biete deinem Liebling vor der Abreise viel Bewegung an, damit die Katze schön ausgelastet ins Flugzeug steigt und den langen Flug ohne viel Bewegung durchhält.
Bitte deine Flugbegleiterin nach dem Einsteigen, den Piloten darüber zu informieren, dass du mit deinem Haustier fliegst.
Wenn sich dein Flug verspätet, bitte das Personal der Fluggesellschaft, dein Haustier auszuladen, aber lassen es nicht ungeschützt bei schlechtem oder auch heißem Wetter auf dem Rollfeld stehen.

 

Womit Katze beruhigen? Sprich mit deiner Katze!

Es ist einen Versuch wert, auch für diejenigen, die nicht an Telepathie glauben. Ob du mit der Katze fliegst oder nicht, kommuniziere vor und während des Fluges verbal oder nonverbal mit deinem Liebling. Beginne damit, dich mit langsamen, tiefen Atemzügen zu erden, dir einen friedlichen Ort vorzustellen. Falls Du es gerne magst, kannst du auch beten oder meditieren. Sobald du ruhig und zentriert bist, verbindest du dich mit deiner Katze, indem du ihren Namen rufst. Wenn du ihr Gesicht sehen kannst, blinzel etwas, bis deine Katze langsam zurückblickt. Wenn du nicht nah genug an deiner Katze dran bist, um sie wirklich anzusehen, stell dir einfach ihr Gesicht vor (ein Foto einer Katze kann hier sehr helfen); sag ihr, dass du sie liebst.

Spüre die deine Liebe zu deinem Tier. Diese Liebe geht direkt von deinem Herzen zum Herzen deines Haustieres. Ich stelle mir gerne einen lila Strahl vor, der direkt zu meiner Katze führt und sie mit Liebe und Frieden umgibt. Erkläre deiner Katze was gerade passiert und bereite die Katze so auf die Flugreise vor. Sage deiner Katze genau wieviele Stunden ihr verreisen werdet und erkläre ihr auch, wo sie ankommt nach dem Flug. Verspreche Leckereien, ihr Lieblingsspielzeug und alles, was sie sonst noch liebt. Während des Fluges sendest Du Deiner Katze mental aktuelle Infos zur Reise, z. B. „Bald sind wir da“. Bleibe immer positiv und in dir ruhend. Sprich liebevoll mit deiner Katze. Versichere deinem Liebling, dass alles in Ordnung sein wird und ihr bald wieder zusammen sein werdet. Hier gibt es ein sehr gutes Buch zum Thema telepathische Tierkommunikation*.

Reisen mit dem Auto und der Katze

Eine Autofahrt kann Angstattacken, Zittern oder Erbrechen bei Katzen hervorrufen. Und während sich einige Katzen unter dem Autositz verstecken, kennen wir ein Kätzchen, das sich sehr wohl damit begnügte, sich auf das Armaturenbrett zu legen und die Welt vorbeiziehen zu sehen!

Obwohl deine Katze Symptome wie Zittern oder Erbrechen haben kann, ist der Grund dafür nicht ein Innenohrproblem. Bei Menschen kommt es ja öfters vor, dass Probleme mit dem Innenohr zu einer Reisekrankheit führt.

Obwohl einige Katzen an einer Innenohr-Krankheit leiden können, ist die Ursache für Erbrechen und Zittern ein anderer: Angst und Kontrollverlust führen nämlich ebenfalls zu diesen Symptomen. Für dein Haustier ist das Auto ein sehr lauter und unkontrollierbar wackelnder Ort, der sie mit allen möglichen unbekannten Gerüchen überschwemmt. Deine Katze versteht nicht, dass sie nach der Autofahrt irgendwo sicher und gesund ankommen wird.

Was beruhigt Katzen bei langer Autofahrt

Verwende diese einfache Strategie, um deine Katze auf Reisen fit zu halten:

Gewöhne deine Katze an das Auto. Katzen können sich mit Wiederholungen sehr gut engagieren. Beginne damit, das Lieblingsfutter deiner Katze mit ins Auto zu nehmen und ihr dort zu geben. Machen ihr den Aufenthalt im Auto so angenehm wie möglich.

Sobald deine Katze keine Angst mehr hat, wenn sie im Auto ist, schalte den Motor ein, damit sie sich langsam an den Lärm des Motors gewöhnen kann. Streichel deine Katze vor und nach den Kurven.

Wie beruhige ich meine Katze beim Autofahren

Du kannst ihr die Fahrt so schön wie möglich machen, indem du ihr ein Kleidungsstück von dir mitnimmst, das nach dir riecht. Auch Katzengras oder Katzenminze können hilfreich sein, um deine Katze zu beruhigen.

So gewöhnst Du Deine Katze an das Fahren des Autos:

Fahre bis zum Ende der Einfahrt zurück und dort noch ein paar mal hin und her. Denke daran, Lob und Leckereien zu verteilen, wenn deine Katze ängstlich wirkt. Fahre immer erst mal nur kurze Fahrten, wie z. B. um den Block. Wenn sich deine Mietz daran gewöhnt hat, kannst du auch längere Fahrten mit ihr fahren.

Mit dieser Art von systematischem Lernen des Autofahrens sollte deine Katze langsam daran gewöhnt werden mit im Auto zu fahren.

Mit Katze Autofahrt – Wie lange?

Erst wenn das oben beschriebene gut klappt, kann deine Katze auch auf längere Autoreisen mitgenommen werden. Wenn es einfach nicht klappen will mit dem angstbefreiten Autofahren, kannst Du Deinen Tierarzt um Rat fragen, ob rezeptfreie Beruhigungsmittel in Frage kommen. Das ist das letzte in Frage kommende Mittel, um die Katze von ihrer Angst vor dem Auto zu befreien.

Auswirkungen von Quarantäne auf die Katzenpsyche

Falls Du darüber nachdenkst mit deiner Katze in ein Land zu reisen, wo die Mietz längere Zeit unter Quarantäne gesetzt werden muss bevor sie einreisen kann, ist diese Fallstudie eine wichtige Info für dich.

Diese 3 Fallstudien sind zwar von 1995, aber deswegen nicht weniger aktuell! Zwar muss für Großbritannien seit 2012 keine 6-monatige Quarantäne mehr eingehalten werden, aber dafür gibt es andere Länder bei denen deine Katze erst mal für 6 Monate eingesperrt leben müsste, bevor du sie zurück bekommen kannst.
Das Copyright dieser Fallstudie von 1995 liegt bei Sarah Hartwell.

Obwohl Quarantäne notwendig sein kann, um Großbritanniens Haustiere (ca. 90% der Katzen in Großbritannien sind frei lebend) und Wildtiere vor Tollwut und anderen Krankheiten zu schützen, kann es eine traumatische Erfahrung sein. Katzen sind von Natur aus freiheitsliebende und sehr neugierige Tiere und es gibt viele Argumente warum unter Quarantäne stehende Katzen sehr leiden müssen. Hier seien kurz genannt: Depressionen, neurotisches Verhalten und Entsozialisierung zum Menschen.

Schlimme Aggressionen gegen Menschen nach der 6-monatigen Quarantäne

Pedro, ca. 3-4 Jahre alt, wurde aus Mexiko importiert. Sein Katzenbesitzer hatte einen dreijährigen Aufenthalt in Mexiko beendet und Pedro, eine Straßenkatze, wegen seiner deformierten Vorderbeine adoptiert. Sie hatten ihn kastrieren und impfen lassen. Er war anscheinend liebevoll zu seinem Betreuer in Mexiko. Es gibt keine wirklichen Informationen über sein Verhalten während der Quarantäne, außer dass er zurückgezogen lebte und allgemein unzugänglich war und keinen Kontakt zu Menschen haben wollte. Nachdem seine Quarantänezeit beendet war, ging er mit in das Haus seines Besitzers.

Pedro erwies sich als ein typischer Jekyll-und-Hyde-Charakter, der in einem Moment seinem Besitzer erlaubte, ihn zu streicheln, im nächsten Moment den Besitzer attackierte. Der Angriff führte zu Verletzungen am Arm, weil der Arm zu Hilfe genommen wurde, um sich vor Pedro zu schützen.

Dieser Angriff fand schon nach wenigen Tagen statt, so dass er noch nicht ins Freie gelassen werden konnte. Er kam ins Tierheim, weil es zu gefährlich für den Besitzer war, Pedro weiterhin zu behalten. Das Personal im Tierheim musste die Transportbox auseinanderdemontieren, um ihn ins Tierheimgehege freizulassen, da er sonst nicht aus der Transportbox herausgekommen wäre.

Pedro erwies sich als sehr intelligent und brauchte viel Anregung durch Spiele. Das Personal des Tierheimes vermutete, dass er sich in der Quarantäne extrem gelangweilt hatte, was zu einem Großteil seines Verhaltens geführt hatte. Sie entdeckten auch, dass er vor seiner Ankunft im Vereinigten Königreich noch nie drinnen eingesperrt worden war, geschweige denn in einem Gehege. Im Grunde genommen war Pedro eine halbwilde Katze, die auch aus eigenem Antrieb Kontakt aufnahm. Während seines Mexiko-Aufenthaltes war Pedro wirklich liebevoll gewesen. Pedro war anderen Katzen im Stall gegenüber gleichgültig, was darauf hindeutet, dass er an eine Katzenkolonie gewöhnt war. „Einzelhaft“ in Quarantäne war daher doppelt traumatisch für Pedro gewesen – Langeweile und mangelnde Kameradschaft mit anderen Katzen.

Nach einigen Wochen erlaubte Pedro den Tierheimmitarbeitern ihn zu streicheln, war aber immer noch schnell bissig. Seine schlimmen Aggressionen nahmen langsam ab, aber man konnte ihm trotzdem nicht beim Streicheln trauen. Der Gemeinschaftsstall war katzen- und menschenfreundlich und bot eine einigermaßen interessante Umgebung für Pedro. Dennoch war man bestrebt, Pedro eine stimulierendere Umgebung zu bieten, z.B. auf einem Bauernhof oder in Ställen, wo er sich weiter bewegen konnte.

Pedro wurde auf einem Bauernhof untergebracht und galt als ungeeignet für ein Haustier. Die Zeit der Einzelhaft eines Quarantänebuches hatte die geringe Sozialisation, die während seiner Zeit in Mexiko stattfand, zunichte gemacht. Er soll als Bauernkatze glücklich gewesen sein, denn hier konnte er selbst bestimmen, wann und wieviel Streicheleinheiten er braucht. Pedro hat den liebevollen Aspekt seines Charakters nie wiedererlangt.

Psychotische Katze nach Quarantäne

Die Unterkunft hat keine festen Beweise dafür, dass Silber durch die Quarantäne gegangen ist, aber Indizienbeweise deuten dringend darauf hin, dass er mit einer amerikanischen Familie nach Großbritannien gekommen ist. Er wurde vorläufig als Tabby American Shorthair identifiziert und war eine atemberaubende Katze, unabhängig vom Rassenstatus. Silber war ca. 4 Jahre alt und war offensichtlich vor der Reife kastriert, aber nicht deklariert worden (dies hätte seine Herkunft bestätigt).

Silber wurde als Streuner auf einem Kneipenparkplatz aufgegriffen, wo er einige Wochen gelebt hatte, aber offensichtlich ein Haustier gewesen war. Seine Adoptiveltern hatten 2 Kinder, von denen keines die Katze berühren konnte. Die Frau hatte Angst vor Silber, obwohl er von ihrem Mann ohne Gefahr angefasst werden konnte. Silber hatte die Tendenz, menschliche Hände, Beine und Füße anzugreifen, da er sie eher als bedrohlich ansah. Er tötete auch die Hühner der Familie, indem er in den Stall einbrach und seine Huhn-Opfer auf die Spitze eines 6-Fuß-Zauns schleppte. Silber wurde in den Schutzraum gebracht, nachdem er das Hauskaninchen angegriffen hatte.

Sein Verhalten deutete darauf hin, dass er einst eine sehr liebevolle Katze war. Ich fragte den Rat des Tierverhaltensexperten Peter Neville (der in diesem Jahr auf der Supreme Show war) und sein Kommentar war, dass Quarantäne diese Wirkung auf eine Katze haben kann – seine Beschreibung war „psychotisch“, was perfekt auf Silber zutraf.

Möglicherweise war Silber noch weiter aus dem Gleichgewicht geraten, indem er sich von einem traditionellen amerikanischen Indoor-Lebensstil auf einen Outdoor-Lebensstil umgestellt hatte, obwohl er sich als fähiger Jäger zeigte. Es war nicht immer möglich, Silber mit einem Spielzeug oder mit Essen abzulenken.

Im Tierheim war Silber so aggressiv, dass er einen Einzelstall bekam. Nach mehreren Wochen mit Angriffen auf den Futterautomaten und die Reinigungskräfte begann er, sich mit den Menschen zu sozialisieren und konnte – wenn auch mit Vorsicht – behandelt werden! Er war unsozial gegenüber anderen Katzen.

Obwohl Silver sich so weit beruhigt hatte, dass er als Haustier untergebracht werden konnte, musste es ein ländliches Zuhause ohne andere Katzen sein. Silbers Verhalten und die anschließende Resozialisierung stimmten mit einem Quarantäneaufenthalt überein, ebenso wie die Tatsache, dass er einer American Shorthair ähnelte, einer Art, die nicht in Großbritannien gezüchtet wurde und die nur als Import hätte ankommen können. Unabhängig vom Stammbaum oder dessen Fehlen hätte diese Katze ein absoluter Katzen-Star sein können, wenn sie nicht durch ihre Erfahrungen in Quarantäne aus dem Gleichgewicht geraten wäre.

FeLV nicht erkannt während der Quarantäne

Geschichte zweier Geschwisterkatzen

1995 war es möglich, Katzen aus bestimmten EU-Mitgliedstaaten zu importieren, sofern sie geimpft sind und in ihrem Heimatland unter Hausarrest stehen. Die zwei Katzen, um die es in dieser Fallstudie geht, mussten die vollen 6 Monate unter Quarantäne gestellt werden und eine der Katzen erwies sich als FeLV positiv.

Diese französischen Katzen (Geschwister) kamen rechtzeitig in Quarantäne, um von ihrem Besitzer bei ihrer Rückkehr aus Frankreich abgeholt zu werden. Leider entschied sie sich, in Frankreich zu bleiben, und die Katzen blieben in der Zwingerpflege, bevor sie nach 8 Monaten ins Tierheim kamen. Sie hatten 8 Monate in einem Quarantänekäfig verbracht und waren in dieser Zeit nicht von ihrem Besitzer besucht worden.

Beide Katzen waren vor der Reife kastriert worden. Sie waren liebevoll zueinander. Beide waren nervös, misstrauisch gegenüber fremden Menschen, überhaupt nicht aufgeschlossen oder neugierig und neigten zum Beißen, besonders das männliche Geschwisterkind. Das weibliche Geschwisterchen war viel passiver – zurückgezogen und schüchtern. Beide waren es nicht gewöhnt für längere Zeit die menschliche Aufmerksamkeit auszuhalten und brauchten regelmäßigen Kontakt, damit sie das Vertrauen zurückgewinnen konnten.

Sie wurden innerhalb weniger Wochen zu einem engagierten Paar gebracht, das von ihrem Hintergrund wusste und bereit war, hart zu arbeiten, besonders mit dem Bruderkater. Die Schwesterkatze wurde schnell zu einer liebevollen und „normalen“ Katze. Der Bruder tolerierte kein langes Streicheln und neigte zum Beißen. Einmal im Freien, übertrug er dieses aggressive Verhalten auf andere Katzen und hatte eine Tendenz, Kämpfe mit größeren und stärkeren Katzen zu beginnen. Dies erforderte die Einnahme von Hormonen und Beruhigungsmitteln, um sein Verhalten sowohl gegenüber Menschen als auch gegenüber anderen Katzen außer seiner Schwester zu ändern.

Obwohl sich die Schwester schnell wieder an das Haushaltsleben anpasste und schüchtern, aber nicht aggressiv war, dauerte es viel länger. Er behielt eine gewisse Restaggression bei, wenn er zu lange gestreichelt wurde oder nicht bekam, was er wollte. Wobei dies durchaus sein normales Verhalten hätte sein können, das durch die Quarantäne verschärft wurde. Die Besitzer waren besorgt darüber, was passieren würde, wenn die Katzen während eines Urlaubs in eine Pension gehen würden.

Nachtrag: Leider wurde festgestellt, dass eine der Katzen FeLV hat und das Stadium der Krankheit zeigte, dass er FeLV-positiv gewesen sein muss, als er nach Großbritannien gebracht wurde. FeLV ist eine Krankheit, die offensichtlich nicht in der Quarantäne getestet wurde! Möglicherweise war er schon immer Freigänger und hatte sich das Virus zugezogen, während er gegen andere Katzen in Frankreich kämpfte (leider hat er es an streunende Katzen in der Nähe seines neuen Zuhauses in England weitergegeben). Die überlebende Katze lebt jetzt nur noch in der Wohnung.

Zusammenfassung der Quarantäne-Fallstudien

In jedem Fall empfanden die Katzen die Quarantäneerfahrung als traumatisch und emotional störend. Obwohl ein Großteil der störenden Erfahrung auf unregelmäßige Besuche ihrer Besitzer – einmal im Monat oder seltener – und keine Bereitstellung eines vertrauten Objekts, wie z.B. ein Handtuch mit dem Duft des Besitzers, zurückzuführen sein könnte. Ein regelmäßiger Besuch und das Trösten durch bekannte Gerüche hätte hilfreich sein können. Es gibt keine Infos über die Betreuungsqualität in den Quarantänezwingern, z.B. die Pflege durch das Personal (sicherlich minimal im Falle von Pedro, der die Handhabung durch Fremde nicht toleriert hat). Die Geschwister hatten die Gesellschaft einander, wirkten aber nach insgesamt 8 Monaten in der Quarantäne-pflege emotional zurückgezogen und im Falle der Schwester sehr niedergeschlagen. Die anderen Katzen waren dessozialisiert und psychotisch.

Eine Quarantänezeit ist notwendig, um unsere Haustiere und Wildtiere zu schützen, sollte aber vielleicht kürzer sein, vor allem, wenn das Tier mit einem Mikrochip/Tattoo versehen ist und es einen Nachweis über eine Tollwutimpfung gibt. Vielleicht sollte es keine Quarantäne geben, wenn das Tier aus einem tollwutfreien Land kommt.

Quellen
wwwmessybeast.com/quarantine.html

 

Wie lange bleibt eine Katze in Quarantäne?

Quarantäne Katze Australien Reise

Die Quarantäne Zeit, wenn du mit deiner Katze nach Australien einreisen möchtest, beträgt 10 Tage. Die Einreise kann nur über Melbourne stattfinden. Der Transport der Katze muss über den Frachtraum geschehen, da eine Mitnahme der Katze in der Kabine nicht erlaubt ist.

Quarantäne Katze Deutschland

Die Einfuhr von Katzen nach Deutschland ist erlaubt, wenn das Tier bestimmte Untersuchungen hat durchführen lassen (nur von autorisierten Tierärzten möglich) und dies Papiere nachgewiesen werden können. Eine Quarantäne droht nur, wenn versucht wird das Tier ohne die Papier nach Deutschland zu einzubringen.

Katzen Quarantäne Kanada

Leider ist Deutschland durch Kanada als ein mit Tollwutgefahr ausgezeichnetes Land gekennzeichnet. Daher müssen alle Katzen einen Nachweis eines Tierarztes mit sich tragen, in dem steht, dass sie gegen Tollwut geimpft sind. Der Nachweis sollte durch einen guten Übersetzer ins Englische und in die französische Sprache übersetzt werden. Auch ein allgemeines Gesundheitszeugnis ist notwendig.

Katze Quarantäne USA

Wenn du mit Deiner Katze in die USA reisen möchtest, brauchst du nur einen aktuellen tierärztlichen Beleg über den Gesundheitszustand deiner Katze. Solltest du nach Hawaii oder Guam reisen wollen, so musst du hier leider bestimmte Quarantänevoraussetzungen erfüllen, da diese Länder als Tollwutfrei gelten.