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Gemeint
sind in diesem Beitrag allerdings nicht die wirklichen Patienten, denn
die nehmen wir Tierärzte wie sie sind: lieb oder bissig, ängstlich oder
verspielt, groß oder klein, miauend, bellend oder piepsend. Gemeint
sind vielmehr unsere Patientenbesitzer, also Herrchen und Frauchen,
die mit dem Tier zu uns kommen, damit wir Krankheiten heilen und vor
Erkrankungen schützen.
Wissen
über das Tier
Wenn
man sich dafür entscheidet ein Tier zu sich zu nehmen, übernimmt man
Verantwortung. Zu dieser Verantwortung gehört auch, dass man sich darüber
informiert, welche Bedürfnisse der neue Hausgenosse hat. Es gibt so
viele schöne und interessante Bücher über alle Heimtiere, dass es heutzutage
nicht schwierig ist, sich das notwendige Wissen anzueignen. Im Gegenteil,
es macht sogar Spaß zu schmökern und man wird seinen Hauskameraden möglicherweise
in ganz neuem Licht sehen. Die wichtigsten Fragen zur Tierhaltung, die
geklärt werden müssen sind: Wie ernähre ich mein Tier richtig und gesund?
Welche Umwelt- und Lebensbedingungen sind wichtig für eine artgerechte
Haltung? Will mein Kamerad als Einzeltier leben oder braucht er Artgenossen,
um ein zufriedenes Leben zu führen? Wie kann ich erkennen, ob mein Haustier
sich wohlfühlt oder ob es vielleicht krank ist? Alle diese Fragen sollten
geklärt sein, bevor das Tier ins Haus kommt. Viele haltungsbedingte
Erkrankungen und Verhaltensstörungen könnten so vermieden werden.
Beobachtung
des Patienten
Lernen
Sie, Ihren Hausgenossen zu beobachten. Schauen Sie Ihrem Hund oder der
Katze ab und zu ins Maul, kontrollieren Sie regelmäßig die Aftergegend,
tasten Sie manchmal auch den Körper (auch das Gesäuge) ab, schauen Sie
in die Ohren, überprüfen Sie die Pfoten. Falls Ihnen irgend etwas auffallen
sollte, fragen Sie Ihren Tierarzt oder lassen Sie Ihr Tier durch ihn
untersuchen. Durch regelmäßige Beobachtungen können viele Krankheiten
in einem frühen Stadium erkannt werden, was manchmal aufwendige Heilbehandlungen
überflüssig macht.
Vorbereitung
Schön
wäre es, wenn Sie Zeit finden, vor dem Tierarztbesuch einiges in Ruhe
zu überdenken. Welche Krankheitsanzeichen haben Sie seit wann an Ihrem
Tier beobachtet? Welche Krankheiten hat es früher schon gehabt? Welche
Medikamente hat es wogegen erhalten? Hat Ihr Tier auf irgendwelche Medikamente
allergisch reagiert? Müssen Sie etwas zum Tierarzt mitnehmen? Impfpass?
Andere Dokumente? Kot- oder Urinproben? Wenn es draußen sehr regnet,
wird sich ihr Tierarzt freuen, wenn Sie als Hundebesitzer ein Handtuch
dabei haben, um den Patienten zu trocknen. Hunde sollten außerdem an
der Leine geführt werden. Katzen sind auf dem Transport zum Tierarzt
in Katzenkörben am besten untergebracht. Sie regen sich dort weniger
auf, als wenn sie an der Leine oder auf dem Arm durch die fremde Umgebung
getragen werden. Katzenkörbe aus Plastik sind aus hygienischer Sicht
besser als solche aus Korbweide. Schön ist es, wenn der Korb die Möglichkeit
bietet, die Katze von oben zu entnehmen. Vögel sollten in ihrem Käfig
transportiert werden und Kleinnager in ausbruchsicheren Behältnissen.
Soll Ihr Hund/ Ihre Katze operiert werden, so ist es wichtig, dass es
am Tag der Operation nüchtern ist, d.h. ca. 12 Stunden vor dem geplanten
Eingriff sollte nicht mehr gefüttert werden, trinken darf das Tier.
Hunde sollten vor dem Termin ausführlich "Gassi geführt" und
danach gesäubert werden. Sollten Sie einen Termin bei Ihrem Tierarzt
nicht wahrnehmen können, so sagen Sie diesen bitte ab. Dies erleichtert
dem Tierarzt eine sinnvolle Terminplanung.
Vertrauen
Nach
einer ersten Untersuchung des Patienten wird der Tierarzt Ihnen mitteilen,
an welcher Krankheit das Tier leidet oder er wird mit Ihnen besprechen,
dass verschiedene weitere Untersuchungen (z.B. Röntgen, Blutuntersuchung)
notwendig sind, um die Erkrankungsursache zu ermitteln. Ihr Tierarzt
wird Ihnen für Ihr Tier die geeignete Therapie vorschlagen. Wenn verschiedene
Therapieformen möglich sind, wird er diese mit Ihnen besprechen. Wichtig
ist: Haben Sie Vertrauen zu Ihrem Tierarzt! Ein gutes Vertrauensverhältnis
ist die Voraussetzung für jeden Therapieerfolg. Wenn Sie meinen, zu
Ihrem Tierarzt kein Vertrauen haben zu können oder Sie sich schlecht
beraten fühlen, so suchen Sie einen anderen auf. Aber lassen Sie sich
darauf ein, Ihm Vertrauen zu schenken und misstrauen Sie nicht allem,
was er sagt: Er will Ihrem Tier helfen!
Prophylaxe
Die
meisten Tierbesitzer wissen, dass Gesundheitsvorsorge wichtig ist und
lassen ihr Tier gegen verschiedene Infektionskrankheiten impfen. Es
gibt jedoch noch weitere Vorsorgemaßnahmen, die sinnvoll sind. Wenn
Sie ein Jungtier aufnehmen, sollten Sie eine Allgemeinuntersuchung vom
Tierarzt durchführen lassen um festzustellen, ob Ihr Schützling gesund
ist. Der Zahnwechsel (ungefähr im Alter von 6 Monaten) sollte tierärztlich
kontrolliert werden, um ggf. Zahnfehlstellungen, die für das Tier schmerzhaft
sein können, festzustellen. Eventuelle Zahnsteinbildung sollte darüber
hinaus regelmäßig kontrolliert werden. Weiterhin ist es sinnvoll, bei
älteren Tieren (etwa ab dem 8-9. Lebensjahr) regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen
(Blutuntersuchungen, evtl. Röntgenuntersuchungen) durchführen zu lassen,
damit Alterserkrankungen rechtzeitig behandelt werden können. Übergewicht
ist auch bei Tieren heutzutage ein großes Problem. Oftmals wird aus
falsch verstandener Tierliebe zuviel oder Falsches gefüttert. Dies kann
zu schwerwiegenden Erkrankungen führen. Deshalb: Nicht böse sein, wenn
der Tierarzt zum Abnehmen rät!
Fragen,
Interesse
Sollten
Sie irgendwelche Fragen haben wegen Ihres Tieres, seiner Behandlung
oder auch zu allgemeinen Themen, scheuen Sie sich bitte nicht, Ihren
Tierarzt darauf anzusprechen. Er wird Ihnen gerne antworten und Sie
beraten. Oft liest man auch manches in Zeitschriften und Zeitungen,
hierzu wird Ihr Tierarzt ebenfalls gerne Stellung nehmen. Sollte Ihr
Tierarzt eine andere Meinung vertreten als in der Boulevardpresse veröffentlicht,
hier meine Empfehlung: Vertrauen Sie Ihrem Tierarzt mehr als den gelesenen
Schlagzeilen. Ihr Tierarzt will Ihrem Tier helfen und hat deshalb jahrelang
studiert, Zeitschriftenverlage wollen die Auflage steigern und benutzen
dafür oft reißerische Schlagzeilen. Hilfreich kann es sein, bestimmte
Fragen an den Tierarzt vor dem Besuch auf einem Zettel zu notieren und
diesen als Gedächtnisstütze mitzunehmen.
Copyright:
Dr. med vet. Gisela Wittmer, Westerbachstr. 226, 65936 Frankfurt (Sossenheim)
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