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Augsburg
(dpa) - "Hunderippchen mit Kartoffeln und Blumenkohl" - solche
Gerichte konnten Freunde ungewöhnlicher Gaumenfreuden selbst in Deutschland
vor nicht allzu langer Zeit auf der Speisekarte finden. Die letzte Hunde-Schlachtung
in Deutschland war erst vor 15 Jahren in Augsburg. An dieses "Jubiläum"
erinnerte die Bundestierärztekammer zusammen mit der Bayerischen Landestierärztekammer
am Mittwoch in Augsburg anlässlich einer Festveranstaltung zum 100-jährigen
Bestehen der tierärztlichen Fleischuntersuchung. Erst 1986 wurde die
Schlachtung von Hunden und Katzen in Deutschland verboten. In Restaurants
waren Hunde-Speisen nur in Chemnitz zu finden. "Das lässt sich für keine
andere Stadt belegen", sagte Pia Geppert von der Bayerischen Landestierärztekammer.
In der sächsischen Stadt war Hundefleisch besonders beliebt: Im Durchschnitt
habe dort jeder Bürger 380 Gramm Hundefleisch im Jahr gegessen. Aber
auch in Bayern brutzelte in vielen Küchen Hundefleisch in der Pfanne.
Dort wurde das Fleisch aber nicht in Restaurants angeboten. Insgesamt
mussten die Tierärzte nach Angaben von Geppert zwischen 1900 und 1985
rund eine Viertel Million geschlachteter Hunde untersuchen. Allein im
Jahr 1923 wurden in Deutschland 18 000 Hunde getötet.
© dpa
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