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Die Leukose
ist eine Krankheit, die auf einer Veränderung des Blutbildes beruht.
Meist ist es eine Art der Leukozyten (weiße Blutkörperchen), die
sich so massiv vermehrt, dass man von einer krebsartigen Wucherung
sprechen kann.
Eine andere
Bezeichnung für Leukose, die den meisten von uns gebräuchlicher
ist, ist Leukämie. Man nannte das Virus, das die Katzenleukose
auslöst, früher auch Felines Leukämievirus. Die Leukose gibt es
nicht nur bei der Katze, sondern auch bei anderen Tierarten wie
Hund und Rind (und als Leukämie auch beim Menschen). Allerdings
ist nur bei der Katze ein Virus als Erreger der Krankheit nachgewiesen
worden. Die meisten, jedoch nicht alle Leukose-Erkrankungen der
Katze werden durch das Leukosevirus (FeLV) ausgelöst: bei alten
Tieren kommt es manchmal zu einer Leukose-Erkrankung, die nicht
mit dem Virus zu tun hat.

BENNY starb im Alter von 13 Jahren.
Bei ihm löste die Leukose Rachenkrebs aus.
Man
kennt das Leukosevirus noch gar nicht so lange; 1964 wurde es
erstmals bei einem Tier festgestellt. Daraufhin dauerte es noch
viele Jahre, bis man wusste, für welche Erkrankungen es verantwortlich
ist und durch welche Mechanismen das Virus die Krankheit auslöst.
Mitte der 80er Jahre kannte man den Erreger dann gut genug, um
einen Impfstoff dagegen entwickeln zu können, aber es hat einige
Jahre gedauert, bis dieses Wissen an die Tierbesitzer weitergegeben
war und sie die Gefährdung ihrer Katze durch das Leukosevirus
erkannten.
Der
Infektionsweg verläuft hauptsächlich direkt, also von Katze zu
Katze. Speichel, Blut und manchmal auch Urin sind infektiös. Die
Krankheit wird durch Tröpfcheninfektion (z.B. beim Anfauchen oder
Niesen) übertragen. Am meisten gefährdet sind Katzen, die viel
Kontakt zu anderen Katzen haben, also Freigänger in dicht besiedelten
Gegenden. Gefährdet sind natürlich auch Katzen in Vielkatzenhaushalten,
wenn nicht alle FeLV-getestet bzw. geimpft sind.
Wenn
aber eine gesunde Katze auf einen FeLV-Überträger trifft, muss
sie sich nicht unbedingt anstecken. In vielen Fällen ist das Immunsystem
stark genug, um das eindringende Virus zu vernichten, noch bevor
es in die Blutbahn gelangen kann. Gelingt es dem Virus jedoch,
sich über den Blutweg im Körper auszubreiten, so kommt es meist
zu fortdauernder Infektion und über Besiedelung der Speicheldrüsen
auch Verbreitung auf andere Katzen.
Selten
kommt es zu sogenannten latenten Infektionen. Hierbei nistet sich
das Virus im Körper ein, vermehrt sich jedoch nicht und ist auch
im Blut nicht nachweisbar. Solche Tiere sind im FeLV-Test negativ.
Sie sind auch meist keine Virus-Überträger, aber es kann bei Schwächung
der körpereigenen Abwehr (durch Stress oder Krankheit) jederzeit
zu einem Eindringen der Viren in das Blut und damit zum Ausbruch
der Infektion kommen.
Die
Leukose ist eine der gefährlichsten und heimtückischsten Infektionskrankheiten
bei Katzen. Katzen können seit Jahren FeLV-infiziert sein und
auch andere Katzen anstecken, ohne selbst krank zu werden. Leukose
ist für Katzen so gefährlich wie AIDS, aber so leicht übertragbar
wie Schnupfen.
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Darin liegt
die große Gefahr. Monate bis Jahre nach der Ansteckung kommt es
zum Ausbruch der Krankheit. Häufig ist eine Stress-Situation (Umzug,
Besitzerwechsel etc.) als Auslöser feststellbar.
Nur bei etwa
20% der kranken Katzen kommt es zu der Leukose-Form, die der Krankheit
den Namen gegeben hat, nämlich zu einer bösartigen Wucherung bestimmter
Blutzellen. Die weitaus meisten Tiere (ca. 80%) sterben jedoch
an sogenannten FeLV-assoziierten Krankheiten, die bei Leukosekatzen
eindeutig häufiger anzutreffen sind als bei anderen Katzen.

KING LOUIS war 1,5 Jahre alt, als bei ihm die Leukose
ausbrach.
Sein Knochenmark produzierte keine roten Blutkörperchen mehr.
Folgende
Krankheitsanzeichen gelten unter anderem als FeLV-assoziiert:
Anämie,
bestimmte Darmentzündungen, Gelbsucht, Zahnfleischentzündungen,
Muskelschwund, Toxoplasmose, Gebärmutterentzündungen, Lymphknotenschwellungen.
Leukosekatzen
erkranken beispielsweise mehr als doppelt so oft an Zahnfleischentzündungen
wie normale Katzen, ihr Toxoplasmoserisiko ist fünffach erhöht.
Man
kann also das Auftreten oben genannter Befunde als Warnzeichen
ansehen. Ein ernstzunehmendes Warnsignal ist es auch, wenn irgendwelche
Erkrankungen vorhanden sind, die sich trotz tierärztlicher Behandlung
nicht oder nur wenig bessern. Man geht davon aus, dass das Leukosevirus
die Abwehrkräfte des Körpers schwächen und dadurch viele Krankheiten
einen schlimmeren Verkauf nehmen als zu erwarten wäre.
Aus
tierärztlicher Sicht ergeben sich folgende Hinweise für den Katzenbesitzer:
*
Zeigt Ihre Katze eines der oben erwähnten Krankheitsanzeichen,
suchen Sie einen Tierarzt auf und besprechen Sie mit ihm, ob ein
Leukosetest ratsam ist.
*
Lassen Sie Ihre Katze, bevor sie in Kontakt mit
anderen, möglicherweise kranken Katzen kommt, rechtzeitig gegen
Leukose impfen. Dies ist der beste Schutz gegen eine FeLV-Infektion.
Die Impfung ist nicht erforderlich, wenn Ihre Katze nur im Haus
lebt und keinen Kontakt zu fremden Tieren hat.
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Wollen Sie eine zusätzliche neue oder eine Pflegekatze
aufnehmen, so achten Sie bitte darauf, dass diese Tiere leukosegetestet
sind. Noch sicherer ist es, einen Kombinationstest (FeLV, FIV)
durchführen zu lassen. Sie schützen so Ihr eigenes Tier vor eventueller
Ansteckung.
Abschließend
noch eine zusätzliche Information, die verdeutlicht, wie groß
die Gefahr einer FeLV-Infektion ist: Im Institut der Veterinärpathologie
der Universität Gießen ist etwa jede sechste Katze, deren Todesursache
untersucht wird, mit Leukose infiziert! Leukose ist die häufigste
dort festgestellte Infektionskrankheit, häufiger als Katzenseuche
oder FIP.
Dr.
med. vet. und Dipl. biol.
Gisela Wittmer
Westerbachstr. 226
65936 Frankfurt
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