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Miezel,
eine schlaue Katze,
Molly, ein begabter Hund,
Wohnhaft an demselben Platze,
Hassten sich aus Herzensgrund.
Schon
der Ausdruck ihrer Mienen,
Bei gesträubter Haarfrisur,
Zeigt es deutlich: zwischen ihnen
Ist von Liebe keine Spur.
Doch
wenn Miezel in dem Baume,
Wo sie meistens hin entwich,
Friedlich dasitzt wie im Traume,
Dann ist Molly außer sich.
Beide
lebten in der Scheune,
Die gefüllt mit frischem Heu,
Alle beide hatten Kleine,
Molly zwei und Miezel drei.
Einst
zur Jagd ging Miezel wieder
Auf das Feld, da geht es bumm!
Der Herr Förster schoss sie nieder.
Ihre Lebenszeit ist um.
Oh,
wie jämmerlich miauen
Die drei Kinderchen daheim.
Molly eilt sie zu beschauen,
Und ihr Herz geht aus dem Leim.
Und
sie trägt sie kurzentschlossen
Zu der eignen Lagerstatt,
Wo sie nunmehr fünf Genossen
An der Brust zu Gaste hat.
Mensch
mit traurigem Gesichte,
Sprich nicht nur von Leid und Streit,
Selbst in Brehms Naturgeschichte
Findet sich Barmherzigkeit.
Wilhelm Busch
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