Die
Freiheit der "Wildlinge"
Tierschutz aktiv
Leise
schleichen sie nachts durch Kleingartenanlagen, über Hinterhöfe, Friedhöfe,
Lager- und Fabrikgelände, stets auf der Suche nach Futter. Sie vermehren
sich in Hinterhöfen, Abbruchhäusern, Gartenlauben, Kellern und auf Dachböden.
Manche Tierschützer nennen sie "Wildlinge": Wild geborene und ohne direkten
Menschenkontakt aufgewachsene Katzen (nicht zu verwechseln mit ausgesetzten
Hauskatzen!). Sie leben zwar in der von Menschen gestalteten Umgebung,
lassen sich aber nicht anfassen oder gar in die Wohnung locken.
Wer eine solche Katze einsperrt oder gar ins Tierheim schafft, hilft
ihr nicht- im Gegenteil. Denn Freiheitsentzug bedeutet für diese "Wildlinge"
seelische Qual, Stress und Leid. Als "schwer vermittelbar" sitzen sie
oft monate- oder jahrelang im Gehege, bis sie eine Unterkunft mit ausreichendem
Auslauf oder wieder eine betreute Futterstelle gefunden haben. Oft sterben
sie an Krankheiten, die vom überlasteten Tierheimpersonal zu spät oder
gar nicht bemerkt werden, weil sich diese Katzen verstecken, sobald
ein Mensch auch nur in ihre Nähe kommt.
In
Freiheit lebende "Wildlinge" vermehren sich jedoch verstärkt. Schon
mit ca. vier Monaten werden sie geschlechtsreif. Der Nachwuchs ist oft
zum Tode verurteilt: Katzenseuche, Leukose, FIP, Katzenaids und andere
Krankheiten bringen Siechtum. Neugeborene Kätzchen erkranken oft schon
nach wenigen Tagen oder Wochen an Vereiterungen der Augen, der Nase
und der Atmungsorgane; sie gehen meist früh und unter Qualen zugrunde.
Die überlebenden Katzen stecken wiederum ihre Artgenossen (auch Hauskatzen
mit "Freigang") z.B. bei Katerkämpfen mit Infektionskrankheiten an und
die Todesspirale geht weiter.
Die einzige Möglichkeit, diesen Teufelskreis zu durchbrechen, ist die
Kastration der Katzen. Hier sind nun die wirklichen Tierfreunde gefordert,
die die Reviere der freilebenden Katzen kennen oder diese gar füttern.
Doch Füttern allein genügt nicht! Sie sollten den nächstgelegenen Tierschutzverein
auf diese "Wildlinge" aufmerksam machen. Mit speziellen Lebendfallen
werden die Katzen eingefangen, kastriert und nach einigen Tagen wieder
in ihren gewohnten Lebensbereich zurückgebracht.
Die Kosten dieser sog. "Kastrationsaktionen" werden manchmal von Tierfreunden
übernommen. Andere Menschen jedoch wollen den "Wildlingen" keinen Lebensraum
zugestehen- nicht selten bleiben daher die engagierten Tierschützer
auf ihren Kosten sitzen, wenn nicht gar verlangt wird, diese Tiere "wegzubringen"
oder gar einzuschläfern.
Besprechen Sie mit dem für Ihren Wohnort zuständigen Tierschutzverein,
wie am Besten vorzugehen ist. Sammeln Sie im Freundes- und Bekanntenkreis
Geld für die Tierarztkosten.
Helfen Sie den Wildlingen! Auch sie haben ein Recht auf Leben!
© Gunda O´Neal, Frankfurt/Main
Bitte
lesen Sie zu diesem Thema auch den Bericht unserer "Kollegen" aus Berlin:
http://www.loetzerich.de/KIN/Strassenkatzen/strassenkatzen.html